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Die Maschine läuft! Oder vielleicht doch nicht?

Apparatur zur Durchführung der neutralen Druckmaschinenabnahme

Verfasser: Udo Eickelpasch

Geschäftsführer und Berater Technik der pXmno

05.03.2020

Sie haben eigentlich keine Zeit, sich diesem Artikel zu widmen? Die Maschine muss laufen! Oder Sie haben bereits eine feste Meinung und vertrauen auf die eigene Fachkenntnis? Dann sollten Sie vielleicht doch weiterlesen! Dieser Artikel wird Ihnen einige neue Erkenntnisse zur Abnahme von Druckmaschinen und Ihren Prozessen liefern oder eingebrannte Denkweisen in neues Licht rücken.

Augen auf beim Maschinenkauf

Zum Zeitpunkt des Kaufvertrags kennt natürlich jeder seine Maschinenausstattung. Sie wird übrigens häufig mit der Vertragsbestätigung erneut aufgeführt und sollte aufmerksam mit dem Kaufvertrag verglichen werden. Einer Überprüfung der neuen Maschine auf Herz und Nieren wird in den meisten Fällen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Allzu oft lässt sich der Käufer überzeugen, dass das Geld für eine Abnahme durch einen neutralen Dritten „hinausgeworfenes Geld“ sei. „Hohes Vertrauen“, „gute Partnerschaft“ und „langjährige Geschäftsbeziehungen“ helfen jedoch bei ernsthaften Streitigkeiten wenig. Eine technisch mangelhafte Maschine kann die Existenz eines Unternehmens gefährden. Technische Richtlinien sowie Abnahmekriterien wie z. B. Schieben/Dublieren, Druckwerkspreizung, Tonwertstabilität, Farbabfall und Passer beschreiben die Basis der Garantieleistung der Hersteller. Sie sollten deshalb generell im Kaufvertrag verankert werden. Für andere Anwendungsgebiete und Anforderungsprofile kann die Richtlinie des bvdm als Leitfaden dienen (z. B. LED-UV, Verpackungsdruck, Dünndruck, Leistungsabnahme usw.). Eine lückenlose Beschreibung der Abnahmeprozesse und Bedingungen im Kaufvertrag ist insbesondere bei abweichenden Anforderungen unerlässlich.

Was muss man bei der Maschinenabnahme beachten?

Die Abnahme erfolgt in allen Druckwerken mit der Farbe Cyan. Dies hat nichts mit der Produktion zu tun. Die Vorteile dieser Vorgehensweise lassen sich leicht erklären. Eines der leidigsten Themen mit dem meisten Zündstoff ist und war die Tonwertzunahme, die in den alten Richtlinien noch zur Prüfung unter Anwendung der Skalenfarben verankert war. Regelmäßig folgten bei der Abnahme Diskussionen über „Gelb“ oder „Schwarz“, oder die ganze Farbserie. Ist die Farbe schuld? Die Maschine? Die Anwendungstechnik? Mängel blieben dadurch unerkannt. Man hat sie in den Produktionsalltag mitgenommen, bis sie irgendwann auf Kosten des Unternehmens zu Tage treten.

Warum scheuen Druckereien die gegenüber dem Maschinenpreis geringe Summe von wenigen tausend Euro zur Absicherung der Investition?“

Alle Druckwerke sollen identische Ergebnisse liefern.

Neue Wege in der Maschinenabnahme

Mit den neuen Parametern „Druckwerkspreizung“ und „Druckwerkbezogene Tonwertstabilität“ wird der Tonwertzunahme eine weit intensivere Bedeutung beigemessen: Alle Druckwerke sollen bei identischen Bedingungen auch identische Ergebnisse liefern und das über ALLE Druckwerke und über die gesamte Auflage. Dabei liefert Cyan die beste Korrelation zwischen der Messtechnik und dem menschlichen Auge.» Die Maschinenabnahme kann nach den neuen Richtlinien direkt an die Inbetriebnahme gekoppelt werden. Dies erspart dem Hersteller eine zweite Anreise mit Bereitstellung von Personal. Die erneute Vorbereitung und Justage der Maschine für die Abnahme entfällt so für Hersteller und Unternehmen. Die Erstausstattung der Maschine ist für die Abnahme genauso ideal wie das beste Papier. Es gilt: „Die Abnahme soll bestätigen, dass die Maschine ordnungsgemäß installiert wurde und alle garantierten Kriterien erfüllt sind“. Vorhandene Mängel werden aufgedeckt. Anwendungstechnische oder betriebsinterne Parameter können nicht zu einer Verweigerung der Abnahme führen, sofern sie nicht explizit im Kaufvertrag vereinbart wurden. Die Maschinenabnahme kann innerhalb einer Schicht bzw. eines Arbeitstages abgewickelt werden.

Und was ist mit der Gebrauchten?

Jede Installation – egal ob Neu oder Gebraucht – muss einwandfrei funktionieren. Das gilt auch für gebrauchte Maschinen. Die technischen Richtlinien stellen dabei die Basis, was eine Druckmaschine können muss.  Natürlich muss bei jeder gebrauchten Druckmaschine noch einzeln bewertet und gewichtet werden, ob etwas als Mangel deklariert werden muss oder eben „nur“ als Verschleiß. Beispielhaft steht hierfür der Parameter Farbabfall: es wird niemanden verwundern, wenn gebrauchte und schlecht justierte Walzen einen schlechteren Wert abliefern. Im Sektor Gebrauchtmaschinen sind völlig andere Vertragskonstellationen Usus, da der Händler nur bedingte Garantien gewährleisten kann.

Hohe Sicherheit – Abnahme im Kaufvertrag festlegen

Mit einer neutralen Maschinenabnahme auf Basis der technischen Richtlinien erhalten Druckereien generell eine sehr hohe Sicherheit in allen Bereichen der Installation und (Zwischen-)Bewertung von Druckmaschinen. Bei Neumaschinen spielt die Gewährleistung eine entscheidende Rolle, bei den Gebrauchten die Risikominimierung durch technische Begutachtung. In beiden Fällen stets gewinnbringend bei akzeptabel geringem Aufwand. Der Kaufvertrag ist dabei immer der richtige Ort, die Abnahme festzuschreiben.

Die Druckmaschinenabnahme garantiert Ihnen eine hohe Sicherheit in allen Bereichen 

Die Druckmaschine läuft – und jetzt?

Eine sauber strukturierte Auftragsabwicklung ist die Basis für eine zuverlässige, reibungslose und jederzeit reproduzierbare Produktionsweise. Vom Auftragseingang bis zum Druck werden Auftragsdaten im Workflow bearbeitet. Unterschiedlichste Systeme führen Prüfmechanismen aus, erstellen Protokolle und erzeugen Voreinstelldaten. Eine optimierte Workflow-Organisation vereint Auftragssteuerung, Kommunikation, Schnittstellendefinition und Protokollierung in einem effizienten System. Ziel ist es, sichere Abläufe zu etablieren und Fehlinterpretationen der Daten und somit Stillstandzeiten zu vermeiden – mit einer geprüften neuen Druck- oder guten Gebrauchtmaschine klappt das. Die Druckmaschine ist die zentrale Fertigungseinheit und zugleich das kostenintensivste Aggregat im Unternehmen. Die technische Funktionalität und Verfügbarkeit der Druckmaschine hat höchste Priorität. Schon leichte Auffälligkeiten im Druck können erste Anzeichen für spürbar schwerwiegende Veränderungen sein. Bleiben Sie daher schleichenden Veränderungen und Störeinflüssen auf der Spur. „Wir haben keine Zeit, die Produktion geht vor“, so die Aussage vieler Druckbetriebe. Zudem sind viele Betriebe nicht in der Lage, die aktuelle Situation der Maschine korrekt einzuschätzen und ggf. geeignete Maßnahmen schon im Voraus einzuplanen.

Fitte Prozesse sichern die Produktivität

Die technische Funktionalität des Betriebes kann mit Hilfe der printXmedia weiter optimiert werden. Anhand festgelegter Arbeitsschritte und Prüfkriterien wird gemeinsam die Produktionsumgebung bestmöglich gestaltet. Einzelne Schritte werden detailliert erläutert, die Ergebnisse dokumentiert und jederzeit im Zugriff gehalten. Somit kann sich der Betrieb auf die Verfügbarkeit der technischen Ausstattung verlassen. Zum Einsatz kommen die aktuelle Messtechnik aus den Betrieben sowie darüber hinaus Geräte der printXmedia. Erprobte Testformen liefern tragfähige Ergebnisse, um Workflow und Maschinen zu optimieren. Die Fach- und Sachkenntnisse der Mitarbeiter sind immer aktuell und werden durch spezielle Maßnahmen laufend aufgefrischt.

Zur Dienstleistung

Weitere Informa­­tionen zur neutralen Druck­maschinen­abnahme finden Sie in unserer Leistungs­beschreibung. Verein­baren Sie gern ein kosten­freies Erst­gespräch mit uns!

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