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MYIRO-1: Was kann das neue Spektral­fotometer?

Das MYIRO-1 Spektralfotometer

Verfasser: Ronny Willfahrt

Berater Technik der pXmno

02.06.2020

Am Messgerätemarkt regt sich Einiges, so kurz vor der geplanten drupa. Mit dem „MYIRO-1“ ist nun ein vollkommen neues Spektralfotometer im unteren Preissegment verfügbar. Die Marke ist zwar neu, nicht aber der Hersteller, der sich dahinter verbirgt: hinter MYIRO steckt die Messgerätesparte von Konica Minolta aus Japan, seit vielen Jahren einer der etablierten Anbieter von hochwertiger Messtechnik für die Druckindustrie. Das japanische Wort für Farbe ist „iro“ – somit wäre auch die Herkunft des  ungewöhnlichen Namens geklärt.

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1.249,- EUR zzgl. MwSt. tritt es in der gleichen Preisliga an wie das weit verbreitete i1Pro von X-Rite, welches ebenfalls jüngst neu vorgestellt wurde. Wir haben das MYIRO-1 ausführlich für Sie getestet. Was also kann das neue Messgerät?

Einsatzgebiete

Das MYIRO-1 ist für die Anwendung in der Druckvorstufe oder im Digitaldruck vorgesehen. Denn eine digitale Anzeige oder einen Polfilter für die Densitometrie besitzt es nicht. Als Handmessgerät für die Prozesskontrolle am Druckleitstand dürfte es deswegen ausscheiden. Jedoch eignet sich das Spektralfotometer auch für die Kalibrierung von Bildschirmen oder Projektoren, ebenso für die Umgebungslichtmessung. Mit dem Gerät lassen sich Kontrollkeile und Farbtafeln schnell per Hand messen. Für die Druckvorstufe und den Digitaldruck ist es somit ein universell einsetzbares Messgerät.

Lieferumfang, Zubehör

Neben dem Messgerät selbst gehören zum Lieferumfang eine aufsteckbare Kalibrierkappe, ein Lineal, ein USB-Kabel und eine praktische Tasche. Auch eine Software-CD und ein Zertifikat der Qualitätsprüfung liegen dem Paket bei. Das Messgerät wird gut verpackt ausgeliefert, Transportschäden sind somit sehr unwahrscheinlich.

Lieferumfang des MYIRO-1

Als optionales Zubehör kann beim Händler ein Umgebungslichtadapter für die Messung des Umgebungslichts bestellt werden. Dieser kostet rund 150,- EUR extra. Eine Halterung für die Kalibrierung von Bildschirmen ist jedoch nicht im Lieferumfang enthalten, aber auch nicht notwendig. Hierzu später mehr. Vorbildlich: auf der Website kann ein ausführliches, deutschsprachiges Benutzerhandbuch für das MYIRO-1 heruntergeladen werden.

Technische Daten

Das Messgerät setzt selbstverständlich auf LED-Lichtquellen. Einen physikalischen Polfilter besitzt es nicht. Folglich können die Messmodi M0, M1 und M2 angewendet werden, M3 hingegen nicht. Alle Messmodi werden in einem Messdurchgang erfasst bzw. errechnet und sind in der mitgelieferten Software, den MYIROtools, abrufbar.

Messblende:
3,5 mm
Wellenlängenbereich:
380 bis 730 nm (Reflexion); 360 bis 730 nm (Bestrahlung)
Wellenlängenteilung:
10 nm
Normalbeobachter:
2° oder 10°
Beleuchtungssystem:
45/0
Abmessungen (B/T/H):
73 / 171 / 71 mm
Gewicht:
ca. 340 g
Konnektivität:
WLAN, USB
Scanbereich:
257 mm (zzgl. ca. 10 mm Weißraum davor und danach)
Patch-Mindestgröße (H/B):
je 7 mm

Die üblichen Kontrollkeile können mit dem MYIRO-1 „out-of-the-box“ scannend oder als Spot gemessen werden.

Software

Der Hersteller stellt auf der Website zwei Software-Lösungen kostenlos zum Download bereit, jeweils für PC und Mac: das MYIRO-1 Configuration Tool sowie die MYIROtools. Mit dem MYIRO-1 Configuration Tool kann das Gerät grundlegend eingerichtet werden, beispielsweise die WLAN-Verbindung, aber auch die Weißkalibrierplatte oder der optionale Umgebungslichtadapter. Wer das Messgerät anschließend über eine Third-Party-Software verwendet, beispielsweise über das DFE der Digitaldruckmaschine, kann nach der Grundeinrichtung bereits loslegen. Die meisten Anwender dürften das Gerät jedoch auch autark einsetzen wollen. Und genau dafür ist das zweite Software-Produkt, die MYIROtools gedacht. Mit dieser Software können die eigentlichen Messungen durchgeführt werden. Aber noch viel mehr als nur das: angefangen bei der Qualitätskontrolle bis hin zur Erzeugung von ICC-Farbprofilen oder sogar Device-Link-Profilen bietet die Software ein üppiges Gesamtpaket sinnvoller Funktionen. Die MYIROtools stellen wir Ihnen im nachfolgenden Videotutorial etwas genauer vor:

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In unserem Videotutorial lernen Sie die Begleitsoftware „MYIROtools“ kennen.

Die MYIROtools können 30 Tage lang unverbindlich getestet werden. Lediglich das Abspeichern von ICC-Profilen ist in der Testversion gesperrt. Die ICC-Profilierung kann aber bis zu diesem Punkt durchgeführt werden. Nach Ablauf des Testzeitraums ist das Messen und Abspeichern von Messungen weiterhin möglich, jedoch wird die integrierte Qualitätskontrolle sowie die ICC-Profilierung nach der Testphase gesperrt. Wer die Software für etwa 1149,- EUR lizensiert, kann sämtliche Analysefunktionen und die ICC-Profilerzeugung dauerhaft nutzen.

Die Software unterstützt im Übrigen auch andere Messgeräte von Konica Minolta:

Wenn Sie ein anderes Spektralfotometer von Konica Minolta besitzen, können Sie dieses ebenfalls mit den MYIROtools verwenden.

Tipp #1: Wenn Sie die MYIROtools verwenden möchten, wird das MYIRO-1 Configuration Tool automatisch mitinstalliert. Sie müssen Letzteres nicht separat installieren.

Tipp #2: Auf dem Macintosh gab es bei uns Probleme mit der Installation der MYIROtools. Diese benötigen die Sentinel Runtime, die normalerweise automatisch mitinstalliert wird und im Disk-Image (.dmg) enthalten ist. Unsere Lösung: Wir haben Sentinel über den Installer im Disk-Image manuell installiert und anschließend die Setup.pkg der MYIROtools laufen lassen – dann funktionierte alles reibungslos. Dem Hersteller ist dieses offenbar sporadisch auftretende Problem bekannt. Wir haben erfahren, dass es mit einem kommenden Update gelöst werden soll.

Testbericht

Das Messgerät war nach dem Auspacken und einer kurzen Ladezeit schnell einsatzbereit. Im Test hat uns die kabellose Geräteverbindung per WLAN sofort überzeugt. Diese funktionierte ausgezeichnet. Die Einbindung des Gerätes ins WLAN klappte über die Software am Rechner auf Anhieb und ohne Probleme. Nur bei schwacher Akkuladung haben wir das Gerät per USB verbunden. Mit dem Verbindungskabel kann dann zeitgleich aufgeladen und gemessen werden.

Vorbildlich gelungen ist auch die Ergonomie des Gerätes. Es liegt gut in der Hand und ist nicht zu schwer. Auch größere Farbtafeln lassen sich ermüdungsfrei messen. Besonders gefallen hat uns die Leichtgängigkeit der Scan-Messung. Das Gerät gleitet förmlich über das Lineal.

Die Scan-Messung geht dank sehr guter Gleiteigenschafteten auf dem mitgelieferten Lineal sehr schnell von der Hand.

Bei der Kalibrierung waren wir anfangs ein wenig skeptisch, ob das manuelle Aufsetzen der Weißkalibrierkappe mit einer Drehbewegung praktikabel ist, ließen uns davon jedoch schnell überzeugen. Die regelmäßige Kalibrierung des Gerätes mit der aufsteckbaren Kappe geht schnell von der Hand. Die Kappe hat zudem den Vorteil, dass sich die Optik des Messgerätes damit gut schützen lässt. Im Messbetrieb kann sie sehr praktisch auf der Unterseite des Gerätes eingerastet werden. Somit ist ein Abhandenkommen dieses wichtigen Zubehörs praktisch ausgeschlossen, da es immer mit dem Gerät verbunden bleibt.

Die Kalibrierkappe kann mit einer leichten Drehbewegung sehr schnell aufgesetzt werden und lässt sich bei Nichtgebrauch auf der Unterseite des MYIRO-1 einrasten.

Die LED-Indikatoren an der Oberseite des Messgerätes erwiesen sich ebenfalls als nützlich. Schnell gewöhnt man sich an die einzelnen Statusfarben und kann somit auf den ersten Blick erkennen, ob das Gerät einsatzbereit ist oder nicht:

Der LED-Indikator auf der Oberseite des Messgerätes gibt Aufschluss über den Status des MYIRO-1.

Das MYIRO-1 entfaltet sein Potenzial jedoch erst im Zusammenspiel mit einer Software. Insofern legen natürlich auch wir bei unserem Test großes Augenmerk auf die mitgelieferten MYIROtools. Mit dieser Software ist eine Ergänzung gelungen, die bereits in der Version 1.0 sehr viel bietet, aber auch noch viel Potenzial aufzeigt. Die integrierten Qualitätsprüfungen bieten fast alles, was ein Praktiker im Alltag benötigt. Die branchenüblichen Kontrollkeile sind bereits integriert, somit kann die Qualitätsprüfung mit diesen Kontrollmitteln sofort beginnen. Die Bewertungskriterien für einen Contract Proof gemäß ISO 12647-7 sowie für einen Validation Print gemäß ISO 12647-8 sind in der Software bereits hinterlegt. Der Anwender kann also sofort mit dem Messen eines Kontrollkeils beginnen, bspw. eines UGRA/Fogra Medienkeils.

Einige Wermutstropfen gab es für uns bei der Qualitätskontrolle aber doch. So sind in der Software lediglich die Standard-Druckbedingungen FOGRA51 und FOGRA39 als Referenzen hinterlegt. Weitere Referenzbedingungen konnten wir für die Qualitätsbewertung manuell nicht hinzufügen. Leider ist es in der aktuellen Ausbaustufe der Software auch nicht möglich, individuelle Qualitätskriterien und Toleranzen zu definieren. Beides ist laut Hersteller für die kommenden „MYIROtools Advanced“ vorgesehen. Vermisst haben wir zudem die Möglichkeit, den Qualitätsreport für die Dokumentation auszudrucken oder als PDF-Datei abzuspeichern. Dies ist laut Hersteller ebenfalls der Version 1.0 geschuldet und soll kommen. Den grundsätzlichen Ansatz der Qualitätskontrolle in den MYIROtools finden wir jedoch sehr gelungen, denn der Anwender kommt ohne Umwege schnell in die Messung. Die Benutzerführung ist sehr geradlinig. Das erleichtert die Orientierung in der Software. Die Messung selbst mit dem MYIRO-1 funktioniert sehr flüssig. Das Gerät wird auch bei einer kabellosen Verbindung zuverlässig von der Software erkannt.

Der Anwender wird von der Software auch durch die ICC-Profilierung sehr gut geführt. Man benötigt keine Spezialkenntnisse, um mit der Software einen Drucker zu profilieren, insbesondere, wenn man dafür die integrierten Workflows verwendet. Gefallen hat uns beispielsweise die sehr einfache Entscheidungshilfe, ob ein Druckerprofil eher mit einem bunten oder einem unbunten Aufbau erzeugt werden soll. Allzu detaillierte Einstellungen zum Schwarzaufbau (z.B. „UCR“ und „GCR“) dürften viele Anwender eher belasten als unterstützen:

Gut gelöst: die MYIROtools verzichten auf allzu detaillierte Auswahlmöglichkeiten bei der Erzeugung eines Druckerprofils. Die Voreinstellungen sind für den üblichen Praxisgebrauch ausreichend und gut geeignet. Lediglich eine Mittelwertbildung aus mehreren Messungen hätten wir uns gewünscht.

Ein Schmankerl der Software ist die Möglichkeit, zwei beliebige ICC-Profile als Device-Link-Profil miteinander zu verknüpfen. Die auf diese Weise erzeugten Device-Link-Profile können als offene ICC-Profile im Dateisystem abgespeichert werden. Somit sind sie universell einsetzbar. Die Druckerprofilierung haben wir mit den in der Software integrierten Farbtafeln durchgeführt. Die Farbtafeln für das Erzeugen von ICC-Profilen werden in drei Größen mitgeliefert: mit 420, 840 oder 2520 Farbfeldern. Je größer die Farbtafel, je mehr Stützpunkte, je genauer das ICC-Profil. Uns hätte eine weitere Farbtafel mit etwa 1.500 Farbfeldern gut gefallen, da diese Größe unseres Erachtens den besten Kompromiss zwischen Messaufwand und Genauigkeit bietet. Mit der ECI2002- oder IT874-Farbtafel existieren in dieser Größenordnung jedoch etablierte Standards am Markt. Diese werden als Third-Party-Quellen zwar nicht mit der Software ausgeliefert, es existieren darin jedoch vorbereitete Messjobs für diese Farbtafeln. Die drei integrierten, herstellereigenen Farbtafeln können als Datei direkt auf einem Drucker ausgegeben und anschließend gemessen werden. Für die kleine Farbtafel haben wir mit dem MYIRO-1 etwa zwei Minuten für die Messung benötigt, für die mittelgroße Tafel vier Minuten, für die große Tafel knapp unter 12 Minuten. Hier spielt die leichtgängige Scan-Messung alle Vorteile aus. Mit dem manuellen Messgerät ist also auch das Erzeugen von ICC-Profilen mit einem vertretbaren Zeitaufwand möglich. Was uns gefehlt hat, war allerdings die Möglichkeit, aus mehreren Messungen einen Mittelwert zu berechnen und ein geglättetes ICC-Profil zu erzeugen. Insbesondere im Digitaldruck ist es übliche Praxis, eine Farbtafel im Druck zu drehen und mehrfach zu messen, da Tonersysteme häufig kein perfekt homogenes Druckbild erzeugen. Hier wäre eine Nachbesserung in der Software wünschenswert. Nach Rücksprache mit den Entwickern der MYIROtools wurde uns zugesichert, dass diese Möglichkeiten mit einem Update zur Verfügung gestellt werden. Unter www.myiro.com/MYIROtools kann sich im Übrigen jeder Anwender beteiligen und Feature Requests für die Weiterentwicklung der Software einreichen. Diesen Punkt finden wir erwähnenswert, weil wir es richtig finden, wenn sich die Softwareentwicklung an den Bedürfnissen der Anwender orientiert.

Wir haben mit dem MYIRO-1 auch unseren Bildschirm kalibriert und profiliert, allerdings mit kleinen Hindernissen. Denn im Handbuch findet sich kein Hinweis, wie das funktioniert. In den MYIROtools ist keine solche Funktion integriert. Das hat einen guten Grund, denn das MYIRO-1 dürfte in einem Umfeld eingesetzt werden, wo vorrangig professionelle, hardwarekalibrierbare Proofmonitore anzutreffen sind. Eine Software muss folglich in der Lage sein, die Kalibrierung über die Hardware der Bildschirme zu steuern. Das MYIRO-1 setzt deshalb auf die Software Display 6 von basICColor, mit der die meisten im Markt befindlichen hardwarekalibrierbaren Modelle von Eizo und NEC angesteuert werden können. Display 6 ist mit einem UVP von € 69,00 zzgl. MwSt. vergleichsweise günstig, weshalb der Hersteller des MYIRO-1 aus nachvollziehbarem Grund voll auf diese bewährte Software setzt. Ob das Messgerät auch direkt in die Software-Lösungen von Eizo („Color Navigator“) und NEC „SpectraView II“) aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Unseren Testmonitor, einem NEC PA271Q mit SpectraView-Engine, haben wir mit Display 6 und dem MYIRO-1 kalibriert und ICC-profiliert. Messgerät und Monitor wurden sofort von der Software erkannt. Das MYIRO-1 wird für die Messung kontaktlos in einem Abstand von 0,5 bis 3 cm vor das Display positioniert. Hierfür wird das Gerät entweder auf die Rückseite gestellt (wo sich der USB-Anschluss befindet) oder über das Schraubgewinde an einem Mini-Stativ befestigt:

Die Bildschirmmessung mit dem MYIRO-1 erfolgt kontaktlos. Hierfür kann das Gerät entweder auf die Unterseite gestellt werden, oder wie im Bild zu sehen, auf ein kleines Stativ geschraubt werden (nicht im Lieferumfang).

Der Abstand zwischen Messkopf und Display-Oberfläche dürfte so manchen Anwender erst einmal irritieren. Nach Aussage des Herstellers muss man sich jedoch keine Sorgen machen, dass Streulicht die Messung negativ beeinflusst. Das Messgerät arbeite abbildend und bei einem Abstand von bis zu 3 cm hätte Streulicht keinen Einfluss. Unser Test bestätigt diese Aussage, denn wir konnten ein sehr gutes Kalibrierergebnis und eine überzeugende Profilierung erreichen.

Somit komplettieren wir unseren Test für die typischen Messaufgaben in der Druckvorstufe, nämlich die Kalibrierung von Bildschirmen und Druckern, die Qualitätskontrolle für Proof und Print sowie die ICC-Profilierung von Druckern. Zeit für unser Fazit.

Fazit

Mit dem MYIRO-1 ist dem Hersteller ein tolles Messgerät gelungen, mit dem alltägliche Messaufgaben in der Druckvorstufe sehr gut bewältigt werden können. Das Herzstück, die Hardware, konnte uns vollends überzeugen, ganz besonders die kabellose Geräteverbindung, die Verarbeitung, die Ergonomie und die leichtgängige und flotte Scanmessung.

Auch die Software bietet sehr Vieles, beinhaltet eine sehr geradlinige ICC-Profilierung und sogar die Möglichkeit, Device-Link-Profile zu erzeugen. An der Software gefällt uns das durchdachte Konzept und die verständliche Benutzerführung. Die Qualitätsanalyse in den MYIROtools gefällt uns ausgesprochen gut, hier wären allerdings flexiblere Referenzbedingungen, Bewertungskriterien und Toleranzfestlegungen wünschenswert. Auch die Druckausgabe für die Qualitätsreports fehlt uns noch. Für den ambitionierteren Anwender, vor allem im Anwendungsbereich des Digitaldrucks, wo das Erzeugen eigener Druckausgabeprofile nötig ist, fehlen uns noch einige Features, insbesondere die Mittelwertbildung aus mehreren Messungen und eine Profilglättung. Uns ist bewusst, dass wir es in unserem Test mit einer Version 1.0 zu tun hatten. Und daran gemessen legt der Hersteller auch bei der Software einen glänzenden Start hin. Es ist zu erwarten, dass mit fortschreitender Weiterentwicklung der Software noch Einiges passieren wird. Auf Rückfrage beim Entwicklerteam wurde uns dies bestätigt. Wir werden die weiteren Entwicklungen im Auge behalten und diesen Testbericht aktualisieren, sobald Software-Updates veröffentlicht werden.

Es wird abzuwarten sein, welche etablierten DFE’s und Third-Party-Applikationen das Gerät unterstützen. Nach Aussage des Herstellers unterstützt EFI mit den Fiery-Produkten bereits das Messgerät. Auch basICColor hat das Gerät in die beliebte Software Display 6 für die Kalibrierung und ICC-Profilierung von Bildschirmen integriert. Die Hersteller Eizo und NEC dürften mit ihren Software-Lösungen nachziehen. Dank der Möglichkeit, mit dem MYIRO-1 auch das Umgebungslicht mit dem optionalen Adapter zu messen, dürfte sich das Gerät auch für die Einrichtung von Softproof-Arbeitsplätzen eignen. Die Umgebungslichtmessung konnten wir jedoch nicht testen.

Unter dem Strich haben wir mit dem MYIRO-1 ein tolles Messgerät in den Händen gehalten, dessen Potenzial stark abhängig von der Software ist, mit der es verwendet wird. Wird die Software gut weiterentwickelt und wird das Gerät in die verbreiteten Third-Party-Tools integriert, dürfte sich das MYIRO-1 rasch im Markt verbreiten. Das Preis-Leistungsverhältnis für Hard- und Software kann sich absolut sehen lassen.

Bezugsquellen

Das Messgerät wird nicht über den Direktvertrieb, sondern über den grafischen Fachhandel angeboten. Bezugsquellen finden Sie auf der Herstellerseite unter https://www.myiro.com/.

Fotos: © Ronny Willfahrt

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